Punktmuster

Spiders verlieren Interconference-Duell in Berlin

Unnötige 21:26-Niederlage in der Bundeshauptstadt sorgte für große Enttäuschung im Team

Wenn etwas sicher ist im Sport, dass es am Ende immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt, manchmal ist eine Niederlage verdient, manchmal scheint sie unverdient. Und dann gibt es Partien, wo man nicht weiß, warum der Ein gewonnen und der Andere verloren hat. So ging es den Straubing Spider am vergangenen Samstag bei ihrer Partie in der Bundeshauptstadt. Lange Zeit sah es danach aus, dass man erstmals in der Geschichte ein Duell gegen eine Nord-Mannschaft gewinnen würde, man spielte mit den besten Football der Saison, erstmals konnten beide Units – Offensive wie Defensive – überzeugen, der Gameplan funktionierte zur Perfektion, die Adler kamen in keiner Weise in die Partie, machten viele individuelle Fehler und sorgten damit für das klare Übergewicht für die Niederbayern.

Dann bewegten wir uns zum Ende des dritten Viertels und der Meltdown begann – das Spiel drehte sich komplett, Berlin fand eine enorme Effizienz und markierte innerhalb von 12 Minuten vier Touchdowns zum Sieg. Aus dem Lager der Adler war nach der Partie vor allem eins zu hören – wir wissen eigentlich gar nicht, wie wir diese Partie verloren haben. Ein bitterer Tag für die Mannschaft: „Glück und Trauer liegen im Sport so nah beinander, wir haben eine tolle Partie erwischt, den Gameplan voll umgesetzt und ließen nichts anbrennen. Dann haben wir das ein oder andere Adjustment gebracht, zusätzlich erste individuelle Fehler wieder eingestreut und dann begann das Unglück. Wir haben es dann auch nicht mehr geschafft, Ruhe reinzubringen, dafür begann bei den Adlern der große Aufschwung. Eine gefährliche Mischung, die uns am Ende die Partie gekostet hat“, resümierte Head Coach Fabian Vulic.

Die Partie begann fabelhaft, die Adler wurden nach drei Versuchen vom Feld geschickt, dann begann das erste Masterpiece der Offense, die so viel gescholten wurde in den vergangenen Wochen – 14 Plays, 88 Yards und fast 9 Minuten Spielzeit später marschierte Quarterback Alex Biebl zum ersten Touchdown des Tages, Benny Holmer verwertete den Extrapunkt eiskalt zum 0:7. Wie schon gegen Ravensburg scorte die Offense im ersten Drive, das Selbstvertrauen übertrag sich auf die ganze Mannschaft, denn die Defensive zeigte weiterhin keine Nerven und schickte die Adler nach nur wenigen Plays wieder vom Feld, daher durfte die Offense von Sven Dorfner wieder ran – und wie. Diesmal waren es zwar nur 6 Plays, aber nach 68 Yards durfte sich diesmal Kamal Cass feiern lassen (EP Benny Holmer), der mit einem tollen Drive den Halbzeitstand von 00:14 herstellte, da zwar beide Teams mit der Offensive noch mal auf das Feld durften, dort aber nichts zählbares raussprang bzw. die Spiders sich entschieden, keine Risiken mehr einzugehen.

Nach der Pause direkt in Ballbesitz, sollte der erste Drive dupliziert werden – viel Laufsspiel, viel Zeit von der Uhr und den Gegner zermürben, klappte nicht, denn nach drei Plays winkte Kamal Cass wieder aus der Endzone, der US-Amerikaner markierte seinen zweiten Touchdown und die Führung von 00:21 (EP Benny Holmer). Man hatte das Gefühl – das muss es gewesen sein, das Poststadion verstummte, die Spiders wirkten obenauf.

Dann begann schleichend der Richtungswechsel – erstmals wurde ein Drive der Spiders gestoppt, denn erneut schickte die überragende Spiders-Defensive die Berliner vom Feld – zweimal in Folge – dennoch begann die Unruhe im Spiel der Spinnen und mit dem ersten Turnover des Tages brachen die Dämme. Mit den besten Feldpositionen des Tages für die Adler, die aus ihrem Spiel nur in wenigen Situationen den Weg in die Spiders Redzone fanden, kam das Selbstvertrauen zurück und die Spiders gaben eine sichere Partie aus der Hand, der letzte Drive brachte nichts mehr ein und man verlor eine Partie auf eine unnötige Weise: „Wir sind eine junge Mannschaft, wir müssen aus unseren Fehlern weiter lernen und daran arbeiten. Das ist ein Prozess, der über eine komplette Saison geht. Natürlich tut es weh, aber ändern können wir es nicht mehr, sondern nur Schlüsse darausziehen. Das werden wir und entsprechend angreifen!“, so Head Coach Vulic.

Die Aufgaben werden nicht einfacher – am 15.06. reisen die Spiders ins Saarland zu den Hurricanes.