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Spiders verpassen Befreiungsschlag in Kempten, neuer Quarterback Raleigh Yeldell führt Team beinahe zur Wende

Autor: PassionPress.eu

Die Straubing Spiders haben das von Head Coach Bence Lukacs im Vorfeld als Must Win
Spiel bezeichnete Duell bei den Allgäu Comets knapp verloren. In einer umkämpften Partie
unterlagen die Niederbayern mit 20:24 und warten damit weiter auf den ersten Saisonsieg in
der Effect Energy GFL. Besonders bitter aus Straubinger Sicht: Nach einem schwierigen
Start kämpfte sich das Team stark zurück, drehte die Begegnung im Schlussviertel sogar
zwischenzeitlich, ehe ein Fumble und eine späte Interception die Wende wieder
zunichtemachten.
Im Mittelpunkt stand dabei auch ein Name, den viele vor dem Kickoff noch gar nicht auf dem
Zettel hatten: Quarterback Raleigh Yeldell. Der US Amerikaner, der bereits auf eine Hall of
Fame Karriere am Newberry College zurückblicken kann, zuletzt in Europa unter anderem
für die Limburg Shotguns, die Hamburg Pioneers und die Düsseldorf Warriors aktiv war und
nun kurzfristig für Straubing auflief, führte die Offense der Spiders bei seinem Debüt über
weite Strecken mit Ruhe, Mobilität und spürbarer Erfahrung.


Früher Rückstand nach starkem Start der Gastgeber


Die Allgäu Comets erwischten den deutlich besseren Beginn und setzten die Spiders sofort
unter Druck. Nach einem starken Kickoff Return nutzten die Gastgeber ihre gute
Feldposition konsequent aus. Vor allem Tight End Gabriel Quigley war in der Anfangsphase
kaum zu kontrollieren und krönte den ersten Drive mit dem Touchdown zur 7:0 Führung.
Auch danach blieben die Comets zunächst tonangebend. Nachdem die Straubinger Offense
früh durch eine Interception gestoppt worden war, schlug Kempten erneut Kapital aus dem
Momentum. Wieder war Quigley ein zentraler Faktor, ehe Benedikt Schulz den Ball aus
kurzer Distanz zum 14:0 in die Endzone trug.
Für die Spiders war es ein denkbar unangenehmer Start in ein Spiel, das schon vor dem
Kickoff enorme Bedeutung hatte. Das Team musste sich erst sortieren, fand dann aber
zunehmend besser in die Partie.


Straubing arbeitet sich zurück


Trotz des frühen Rückstands verlor Straubing nicht die Kontrolle über das Spiel. Die
Defense stabilisierte sich, stoppte die Gastgeber unter anderem bei einem Turnover on
Downs und gab der Offense die Chance, wieder zurückzukommen. Dort übernahm Raleigh
Yeldell, der als mobiler Quarterback in seiner College Laufbahn mehr als 1.100 Rushing
Yards als Spielmacher sammelte, mit zunehmender Spielzeit immer mehr Verantwortung.
Kurz vor der Pause gelang den Spiders der wichtige Anschluss. Nach mehreren starken
Aktionen von Anthony Green Jr. und Jordan Pouncey führte Yeldell die Offense tief in die
Red Zone. Anthony Green Jr. fing schließlich den Pass zum Touchdown und verkürzte auf
7:14. Weil die Comets anschließend ein Field Goal liegen ließen, blieb die Partie zur
Halbzeit vollständig offen.
Dass die Spiders zu diesem Zeitpunkt noch alle Chancen hatten, war auch ein Verdienst
ihres neuen Quarterbacks, der als erfahrener US Spielmacher mit Stationen im
europäischen Football zwar nicht offiziell vorab angekündigt worden war, sich auf dem Feld
aber sofort in die Verantwortung stellte und dem Angriff zunehmend Struktur gab.


Neues Leben nach der Halbzeit


Die zweite Hälfte begann aus Straubinger Sicht deutlich besser. Die Defense stoppte den
ersten Ballbesitz der Comets und die Offense nutzte diese Vorlage direkt. Yeldell brachte
sein Team mit mehreren konzentrierten Aktionen über das Feld, Jordan Pouncey und Hakki
Demir Kaynakci sorgten für wichtige Raumgewinne, ehe Pouncey den Ball selbst in die
Endzone trug. Der verpasste Extrapunkt verhinderte zwar den Ausgleich, doch beim Stand
von 13:14 war endgültig klar: Die Spiders waren zurück im Spiel.
Die Partie entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch. Kempten legte durch ein
langes Field Goal von David King zum 17:13 nach, doch Straubing blieb dran und zeigte
genau die Reaktion, die man sich in einem solchen Schlüsselspiel erhofft hatte.
Zu Beginn des Schlussviertels gelang dann sogar die Wende. Anthony Green Jr. setzte sich
durch die Mitte durch und brachte die Spiders mit seinem Touchdown erstmals an diesem
Nachmittag in Führung. Beim Stand von 20:17 sprach vieles dafür, dass Straubing das Spiel
nach schwachem Start noch komplett drehen könnte.

Ein Fumble kippt das Spiel erneut


Doch genau in dieser Phase schlug das Momentum wieder zugunsten der Gastgeber um.
Nachdem die Straubinger Defense zunächst noch einen vierten Versuch der Comets
gestoppt hatte, verlor Straubing tief in der eigenen Hälfte den Ball. Henry Boehncke sicherte
den Fumble für Kempten und brachte die Gastgeber in ideale Ausgangslage.
Wenig später nutzte Benedikt Schulz die Chance und erlief den Touchdown zur erneuten
Führung der Comets. Statt mit einem defensiven Stop und möglicher Vorentscheidung
davonzuziehen, sahen sich die Spiders plötzlich wieder mit einem 20:24 Rückstand
konfrontiert.

Gerade deshalb schmerzt diese Niederlage besonders, denn sie zeigte über weite Phasen
nicht nur Kampfgeist, sondern auch das Potenzial des Teams. Mit Yeldell, der als Hall of
Famer seines Colleges, als langjähriger Dual Threat Quarterback und als Spieler mit
reichlich Erfahrung aus den USA und Europa kurzfristig in die Offense kam, schien
Straubing im richtigen Moment einen neuen Impuls setzen zu können.

Entscheidung kurz vor Schluss


In der Schlussphase stemmten sich die Spiders noch einmal mit aller Kraft gegen die
drohende Niederlage. Die Offense arbeitete sich erneut nach vorne und hielt die Hoffnung
auf den ersten Saisonsieg bis in die letzten Sekunden am Leben. Doch rund 50 Sekunden
vor dem Ende fiel die endgültige Entscheidung: David King fing den letzten Passversuch von
Yeldell ab und machte damit den ersten Saisonsieg der Allgäu Comets perfekt.
So blieb den Straubing Spiders am Ende nur die Erkenntnis, dass sie nach einem
schwierigen Start große Moral gezeigt und sich stark zurück in die Partie gekämpft hatten,
sich für diesen Aufwand jedoch nicht belohnen konnten. Besonders bitter ist die Niederlage
auch deshalb, weil das Spiel im Vorfeld intern wie extern als richtungsweisend eingestuft
worden war.
Für die Spiders gilt es nun, die positiven Ansätze mitzunehmen, die Fehler konsequent
aufzuarbeiten und schnell den Blick nach vorne zu richten. Klar ist aber auch: Mit dem
ersten Einsatz von Raleigh Yeldell, der ohne großes Vorab Aufsehen plötzlich auf dem Feld
stand und die Offense beinahe zum Comeback führte, hat Straubing einen neuen Faktor in
der Mannschaft, der in den kommenden Wochen noch eine wichtige Rolle spielen könnte.