Die Pre-Season war erfolgreich abgeschlossen – drei Siege aus drei Spielen sorgte auf der einen Seite natürlich für viel Freude und positive Energie im Lager der Spinnen, aber am Ende wusste keiner so wirklich, wohin es gehen sollte in der GFL-Saison.

Zum Auftakt musste man direkt ins erste bayerische Derby, zu einem „alten Hasen“ in der GFL Süd und Play-Off-Teilnehmer aus der Saison 2021 – den Allgäu Comets. Bisher gab es ein Aufeinandertreffen mit den Kometen, in der Vorbereitung 2019. Seither hat sich natürlich viel getan, auf beiden Seiten standen neue Coaches, neue Spieler – eine neue Zeit war angebrochen.

Beide Mannschaften schenkten sich von Beginn an nichts, wobei schnell klar wurde, dass die Spiders mit Sicherheit eine Rolle in der diesjährigen GFL-Saison spielen würden, denn man begegnete den Comets auf Augenhöhe, agierte vor allem in der Offensive sehr variabel und Lamar Carswell ließ mehrfach aufblitzen, was die Spiders und vor allem die Gegner von ihm erwarten dürfen.

Zur Pause waren die Spinnen bereits 21:30 vorn, ehe man sogar einen weiteren Touchdown erzielen konnte. Danach stellten die Spiders ihre Offensive weitergehende ein und bekamen schon einen klaren Vorgeschmack, dass der Unterschied zwischen der GFL und der GFL2 hier deutlich zu merken ist – binnen weniger Minuten glichen die Schwaben aus und stellten ein Stückweit den Spielverlauf auf den Kopf, denn die Spiders waren an diesem Tag die bessere Mannschaft. Doch, das Team von Max Macek wusste sich selbst aus dem Sumpf zu befreien und spielte ein sensationelles letztes Viertel, ging wieder in Führung und spielte dann einen „legendären“ letzten Drive fast 7 Minuten von der Uhr, um die Offensive der Comets nicht mehr aufs Feld zu lassen. Geschichte war geschrieben – der erste Sieg in der GFL-Geschichte der Spiders war eingetütet. Die Emotionen kochten hoch und die Freude schon enorm: „Man träumt ja seine Träume und hat gewisse Vorstellungen, wie es laufen könnte. Das wir dann so eine Partie spielen und direkt gewinnen, hat der ganzen Sache natürlich enorm viel Auftrieb gegeben, auch auf das, was kommt und kommen wird!“, so Sportchef Oliver Helml.

Bereits zum nächsten Spiel sollte es dann zum ersten „großen“ Spiel der GFL-Saison kommen – zu Gast war der damals amtierende Vizemeister, jetzt wieder deutsche Meister, aus Schwäbisch Hall. Die Unicorns spielten in der Woche vor der Partie ihre Favoritenrolle runter und der damalige Head Coach Jordan Neumann, mittlerweile auch in die ELF abgewandert, sprach von der Stärke der Spiders und vor allem der Tatsache, dass sie als Aufsteiger solch ein Spiel in Kempten absolviert hatten. Etwaig dem Lob vom Favoriten, hatte die Coaching Staff der Spiders einen bestimmten Gameplan aufgezeichnet, der den Favoriten ins Wanken brachte – viel Ballbesitz in den eigenen Reihen, wenig Ballbesitz für Schwäbisch Hall. Und der Plan wirkte – insgesamt fast 30 Minuten hatte die Offensive der Spinnen den Ball, während Hall nur 18 Minuten in Ballbesitz war, jedoch war die geölte Offensive der Haller das große Problem an diesem Tag – zwar konnten die Spinnen punkten und waren Mitte der zweiten Hälfte auch auf einen Score dran, jedoch blieb die Maschinerie des deutschen Meisters unbeeindruckt und marschierte und agierte ohne Gnade.

Zum Ende der Partie merkte man dann auch den Unterschied zwischen deutschem Meister und Aufsteiger, die Haller ließen speziell im Schlussviertel keinerlei Zweifel mehr aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. Dennoch – auch hier hat das junge GFL-Team der Spinnen gezeigt, dass sie zurecht in der 1. Bundesliga sind. Es sollte dann der Auftakt folgen für eine sensationelle Siegesserie und einem erreichten Ziel, was zuletzt 2017 einem Aufsteiger gelang.

Text: M. Andorfer
Foto: A. Miazga