Der Start in das Abenteuer GFL war geglückt – mit einem Sieg und einer nicht ganz überraschenden Niederlage gegen Schwäbisch Hall, war der Soll eigentlich erfüllt für den Auftakt. Jetzt kamen die Aufgaben, die man gewinnen MUSSTE, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Denn trotz des fulminanten Auftaktes hat man im Lager der Spinnen das große Ganze nie aus den Augen verloren: „Egal in welcher Sportart ist ein guter Auftakt natürlich wichtig für den Verlauf einer Saison. Er kann aber eben auch blenden, wenn man die Euphorie über den Fließ siegen lässt. Gott sei Dank haben die Veteranen im Team die Mannschaft immer wieder auf den Boden geholt, damit keiner einen Überflieger bekommt. Denn vor allem die zweite Hälfte gegen Schwäbisch Hall hat deutlich gemacht, wo das Niveau in der GFL einfach ist. Daher war das eigentlich die wichtigste Aufgabe, vor allem auch im Hinblick auf die Erfolge, die wir dann erzielt haben!“, so Sportchef Oliver Helml.

Das Auswärtsspiel in Ravensburg war dann der Beginn einer phänomenalen Erfolgsserie für die Spinnen – im Glutofen Ravensburg, am Spielfeld wurden zum Kick-Off Temperaturen von 40 Grad gemessen – erkämpften sich die Spinnen einen wichtigen Auswärtssieg, obgleich von schönem Football nicht die Rede sein konnte. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass gerade die erste Hälfte das Prunkstück der Spinne wird und das dritte Viertel die Horror-Show für Coaches und Fans. Man führte zur Pause souverän mit 21:00 am Bodensee, ehe zwei dicke Patzer den Kontrahenten der GFL2-Jahre wieder herankamen ließ. Am Ende war es dann wieder ein starkes viertes Viertel, die den verdienten 35:18-Auswärtssieg sicherten.

Vierzehn Tage später war dann das nächste GFL-Urgestein zu Gast am Peterswöhrd – die Marburg Mercenaries. Die Söldner hatten ihrerseits einen schweren Saisonstart erwischt und brauchten unbedingt einen Sieg, um weiter im Play-Off-Rennen zu bleiben und nicht in den Keller abzustürzen. Doch die Euphoriewelle in Straubing begann gerade erst zu rollen – vor erneut fast 1.500 Zuschauern im Spiderdome fegten die Spiders über die Marburger hinweg und waren bereits zur Pause mit 34:7 in Front, man ließ die Hessen zu keiner Zeit überhaupt ins Spiel, agierte in allen Situationen hellwach und wurde nur durch ein Bigplay überrascht. Nach der Pause allerdings das gleiche Bild, wie bereits in den vorherigen Partien – das dritte Viertel mochte so gar nicht funktionieren, obgleich die Marburger nur mit einem Touchdown und einem Field Goal daraus Kapital schlagen konnten. Im vierten Viertel wurde dann auch die Offensive der Spiders wieder wach, erzielte einen abschließenden Touchdown und die Defense markierte durch eine Safety den Endstand von 43:17. Auch wenn der Spielverlauf wieder zwischendurch holprig schien, einen solch souveränen Sieg hat niemand erwartet: „Drei Siege und eine Niederlage zum Auftakt – das ist weit mehr, als wir uns alle erträumt haben. Im Endeffekt war nach dem Sieg gegen Marburg der Klassenerhalt schon sicher, denn niemand hat zu diesem Zeitpunkt erwartet, das Frankfurt drei Spiele gewinnen würde. Das war schon unglaublich. Stimmung bei der Mannschaft, den Fans überall war großartig – wir haben schnell bewiesen, dass wir in der GFL bestehen können. Und nicht nur das – insgeheim rechnete man natürlich schon mit einem kleinen Funken Chance auf einen Play-Off Platz.“, so Oliver Helml.

Ob man wirklich das Träumen beginnen dürfte, sollte sich dann vierzehn Tage später entscheiden – man musste die weiteste Auswärtsreise der Saison antreten, nach Saarbrücken. Die Hurricanes waren im Vorjahr auf Platz zwei im Süden und hatten einen sehr holprigen Start erwischt, brauchten dringend den Heimsieg gegen die Spiders. Die Duelle zwischen dem Saarland und Niederbayern sind fast schon legendär, die bisherigen vier Duelle waren richtige „Schlachten“, wo jeweils die Heimmannschaften als Sieger vom Feld gingen. Das wollte man ändern, denn schließlich wollte man nicht erneut 8 Stunden umsonst anreisen. Was dann allerdings im Saarland passierte, da reibt man sich heute noch die Augen – die Spiders legten los wie die Feuerwehr, ehe man sich versah stand es 27:00 für die Spinnen – in Viertel Nummer 1! Nach der Halbzeit stand es sogar 50:14, ehe man dann im Lager der Spinnen die komplette zweite und dritte Garde auf den Rasen schickte. Die Hurricanes ihrerseits wollten die Partie natürlich dann noch ansehnlicher gestalten und agierte weiterhin mit den Startern, weshalb es nach dem dritten Viertel wieder enger wurde. Dann aber schickten die Spiders nochmal die erste Garde auf den Rasen und stellte das Endergebnis von 64:42 her. Am Ende knapper als es wirklich war, aber Football-Deutschland war gewarnt vor den Niederbayern.

Mit dem dritten Sieg in Folge und dem vierten Sieg insgesamt war klar – bei einem Heimsieg in der Folgewoche gegen Ravensburg wäre die Play-Off Qualifikation sicher. Wie sich dann der Juli und August weiter entwickelte, lest ihr in der nächsten Woche!

Bild: A. Miazga
Text: M. Andorfer